5.8 Wann wird gesundes Essen ungesund? Orthorexie, Binge Eating und Essstörungen
Shownotes
Psychische Belastung Symptome früh erkennen ➜ 10 Warnzeichen von Burnout bis Depression ✓ Tipps vom Psychotherapeuten Severin Stefenelli
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Psychische Belastung & Symptome: 10 Anzeichen im Mental Health Check
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00:00:03:
00:00:07: Ein Podcast
00:00:08: der Wiener Städtischen.
00:00:11: Herzlich willkommen zum Losleben.
00:00:13: Stories-Podcast!
00:00:14: Fitness und healthy food sind riesige Trends, aber wann kippt der gesunde Lifestyle in einen Zwang?
00:00:20: Wir sprechen heute über Essstörungen wie Binge Eating oder Orthorexie mit Severin Stefenelli Psychotherapeut in Wien.
00:00:28: Hallo Severin!
00:00:29: Hallo Arndt!
00:00:30: Severin viele junge Menschen achten ja schon jetzt sehr auf Ernährung.
00:00:35: Woran merke ich denn, wenn ich jetzt so ein junger Mensch bin?
00:00:38: Dass es bei mir nicht mehr um Gesundheit geht.
00:00:40: Sondern einen Zwang oder gar eine Essstörung meinen Essverhalten steuern.
00:00:46: Also gesunde Ernährung und ein Bewusstsein dafür ist einmal ein sehr wichtiger Gesundheitsfaktor.
00:00:51: Die Betonung liegt aber wirklich auf gesund.
00:00:55: Diesbezüglich gibt's gleiche deren die eine Esssteuerung von einem vielleicht sehr gesunden oder auch ungesundenes Verhalten abgrenzen.
00:01:04: In den Kassifikationsmanualen, also dem DSM-V oder dem ICD-10, werden diagnostische Kriterien auf der einen Seite ein persistierendes, also ein andauerndes auffälliges Essverhalten die übermäßige gedankliche Beschäftigung mit dem Essen im Alltag.
00:01:20: Oder auch dem Körper und ein klinisch relevanter Leidensdruck und oder eine Funktionsbeeinträchtigung.
00:01:26: Was heißt das jetzt?
00:01:28: Ungangsprachlich quasi aus deiner Frage geht ein Stück weit hervor Oder das Thema hervor einer noch nicht klinisch diagnostizierbaren, aber relevanten Orthorexiea nervosa.
00:01:41: Also eine zwanghaften Fixierung auf gesunde Ernährung oder auch krankhaftes Gesundessen.
00:01:48: Hier steht vor allem die Auseinandersetzung und die Kontrolle von gesundem Essverhalten also so eine zwängliche Auseinandersetzung wann was wie und wo in Qualität und Quantität im Mittelpunkt.
00:02:01: Hier spielen gewisse Faktoren eine richtige Rolle, wie zum Beispiel die kognitive Präokupation.
00:02:08: Also einem gedanklichen Verhaftetsein das als übermäßige gedankliche Beschäftigung mit Essen oder auch dem Körper in den Diagnosekriterien definiert ist.
00:02:18: Das erinnert mich sehr an unsere Folge zu den Zwangsstörungen.
00:02:21: Das heißt ich werde quasi hier auch eigentlich von Zwangsgedanken, die sich in dem Fall nur ums gesunde Essen drehen, werde ich quasi behelligt?
00:02:29: Genau!
00:02:31: Gedanken sehr im Vordergrund, die eben das Essen.
00:02:34: Die Kalorienanzahl, die Inhaltsstoffe oder den eigenen Körper betreffen.
00:02:39: und eben wie du gerade richtig auch gesagt hast dem Vergleich zum Zwang da gibt es überschneiden Flächen, die überschneiden sich dass das Gedanke sind die sehr häufig aufdringlich sind und auch schwer kontrollieren eben zwanghaft auftreten auch wenn man sich eigentlich auf was ganz anderes konzentrieren möchte.
00:02:57: Und da besteht eben auch eine gewisse Rigidität, also eine starre oder starke Inflexibilität die sich zum Beispiel zeigen kann in Form von Dichotomen denken.
00:03:05: Also schwarz-weiß Denken.
00:03:07: Lebensmittel oder die Art und Weise wie wohnt wann sie was essen wird nur in gut oder schlecht ganz oder gar nicht alles oder nichts als verboten oder gefährlich definiert.
00:03:17: und da fehlt eben dann diese gedankliche Flexibilität sich an Situationen oder Abweichungen anzupassen ohne dass man stark emotional aktiviert wird.
00:03:27: dient denn eigentlich das Essen.
00:03:29: oder wenn wir es jetzt umgekehrt sehen wie beispielsweise bei der Anorexie, dass kontrollierte Hungern eigentlich auch dazu Gefühle zu regulieren.
00:03:40: Man spricht ja häufig von emotionalem Essen.
00:03:44: was versuchen wir da eigentlich zu kompensieren?
00:03:47: Wenn wir uns so mit Ernährung befassen?
00:03:50: Die Emotionsregulation spielt hier eine zentrale Rolle.
00:04:20: Beispielsweise bei der Anorexie oder der Bulimie.
00:04:23: Wobei, bei der Bulimine durch diesen subjektiven Kontrollverlust während der zusätzlich bestehenden Essenfälle ein großes Scham, Angst und auch Schuld in Gefühlen steht, dass eben durch das induzierte Erbrechen erneut vermieden wird.
00:04:38: Kontrolle beim Essen allgemein kann aber auch eine Überkompensation sein beispielsweise für fehlende Kontrolle in anderen Lebensbereichen.
00:04:45: Oder es dient den Form von dem was du angesprochen hast emotionalem Essen um Stress, Angst oder das Gefühl von innerer Lehre zu betäuben.
00:04:54: Oder auch wie bei einer Binge-Eating Disorder oder Binge Eating Störung da dienen die Essanfälle als... oder sie haben die Funktion ganz starke Emotionen zu regulieren zum Beispiel Traumainhalte und kurzfristig kann dieses Essverhalten abhängig von der Störung und deren Schweregrad zu einer Entlastung oder auch zu einer Spannungs- Emotionsregulation führen, mittel- und langfristig führt es aber eher zu einer Aufrechterhaltung.
00:05:21: Aber ja in den meisten Fällen dienst die Emotionregulation wenn noch leider nicht der gesunden.
00:05:27: Wie man sich richtig ernährt also Ernährungsberatungen wird ja im Regelfall so als Lifestyle Thema gesehen als Körperthema jetzt hauptsächlich.
00:05:36: Wann ist sie denn wirklich, wie im Falle von den Essstörungen über die wir schon gesprochen haben medizinisch notwendig und wird dann auch als therapeutische Leistung der Versicherung getragen?
00:05:48: Hier muss man klar zwischen Lifestyle also Ernährungsberatung und medizinischer Notwendigkeit einer Ernährungstherapie unterscheiden.
00:05:56: Eine Ernähringstherapie darf in Österreich nämlich nur eine Diätologen machen oder ein:e Ärzt:in mit Spezialisierung.
00:06:03: Bei der Behandlung von Essstörung kann es sehr sinnvoll sein, eine Ernährungstherapie ergänzend zu involvieren.
00:06:10: Sie funktioniert jedoch selten isoliert sondern mehr als Teil eines gut durchdachten Therapieplans.
00:06:18: Damit das zu einer Kassenleistung wird müssen meist drei Kriterien erfüllt sein.
00:06:22: also es braucht auf deiner Seite eine ärztliche Verordnung eine Therapie, keine Beratung und es muss von einer qualifizierten Berufsgruppe durchgeführt werden.
00:06:31: In dem Fall eine Diätologin oder Fachärztin mit Spezialisierung.
00:06:36: Dann kann diese Setting abhängig davon zu einer voll- oder größtenteils finanzierten Leistung werden beispielsweise in Gesundheitszentren von ÖGK, SVS oder BVAIB.
00:06:46: Oder es kommt zu einer Teilrefundierung zum Beispiel beim Besuch vom privaten Diätologne einer Ärztin Zuschüsse.
00:06:56: Hier greifen auch oft Privatversicherungen.
00:07:00: Ja,
00:07:00: verstehe aber ich muss jetzt ja nicht
00:07:02: wenn ich jetzt von einer Essstörung betroffen bin, muss ich ja nicht zwingend eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen sondern ich kann eben auch zu einer Psychotherapeuten oder einem Psychotherapeutin gehen und das dort behandeln lassen.
00:07:14: Das wäre das Mittel erster Wahl mit einer Essstörung in eine Psychotherapie zu gehen gezielt auch hier wieder eine Verhaltenstherapie die sehr gute Prognosen zeigt.
00:07:24: und ergänzen kann es sinnvoll sein, eine Ernährungstherabie parallel laufen zu haben.
00:07:29: Aber wie schon gesagt funktioniert die selten isoliert sondern als zusätzlicher Teil der Psychotherapie?
00:07:36: Ja verstehe um noch mal auf was zu kommen was wir vielleicht selber ausprobieren können bevor wird therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen.
00:07:44: ja Wie lernt man denn eigentlich wieder auf seinen Echtes Hungergefühl zu hören, anstatt auf Kalorien-Apps oder Ge- und Verbote zu achten.
00:07:55: Also wie findet man eigentlich wieder zurück in seinen Körper und lernt so was einem gut tut?
00:08:01: Wie macht man das am besten?
00:08:04: Ja kurz gesagt muss man eben diese äußeren Kontrollmechanismen ob die jetzt App sind oder Verbote von denen absehen und wieder in das Vertrauen und Spüren der eigenen Selbstwahrnehmung kommen.
00:08:15: Hier sprechen wir von den interozeptiven Signalen, dass wir die wieder wahrnehmen und auch einen gesunden Umgang mit den eigentlichen Bedürfnissen und den eigenen Emotionen, die dahinter liegen finden.
00:08:27: Die interozeptive Diskriminierung beschreibt im Zusammenhang die Unterscheidung ob ein körperliches Hungergefühl oder ein emotionaler oder gedanklicher Impuls da ist.
00:08:41: beobachten, ohne zu bewerten.
00:08:43: Beispielsweise bin ich hungrig oder handelt es sich doch nur um ein emotionales Bedürfnis?
00:08:48: kann das gefördert werden?
00:08:51: Ich kann mich zum Beispiel fragen wie hungrig oder satt bin ich gerade auf einer Skala von eins bis zehn.
00:08:56: wo spüre ich das hunger-gefühl und wie fühlt es sich dort an?
00:08:59: ist es ein ziehen eine Leere ein flaues oder unruhiges Gefühl?
00:09:04: spüre sie überhaupt im Magen oder doch im Kopf oder steckt auch ein emotionales Bedürfnis hinter dahinter?
00:09:11: Viele Betroffene erleben Stress und assoziieren.
00:09:13: Ich brauche Essen, haben Langweile und gehen was snacken oder erleben Emotionen die sie durch das Essen versuchen zu regulieren oder auch regulieren.
00:09:22: hier gilt es sich zu fragen was beschäftigt mich eigentlich?
00:09:24: Wo liegt das Bedürfnis?
00:09:26: Und da kann man eben auch versuchen die Nahrungsaufnahme hinauszuzögern und zu schauen beispielsweise zehn Minuten zu schauen.
00:09:33: wird der Hunger oder der Appetit größer oder verändert sich über diese zehn Minuten etwas auf der emotionalen Ebene?
00:09:39: Dabei können auch Achtsamkeits- und Meditationsübungen wie zum Beispiel der Body Scan helfen.
00:09:45: Abschließend, es kann sein beziehungsweise ist völlig normal dass gerade wenn man beginnt interzeptiv also wieder nach innen zu fühlen dass es einem am Anfang schwer fällt.
00:09:56: Manche beschreiben auch diesbezüglich nichts oder nur wenig wahrzunehmen.
00:10:00: Es ist aber wichtig die Aufmerksamkeit wieder gesund nach Innen zu richten und auch zu schauen.
00:10:04: was erlebe ich da eigentlich?
00:10:07: stelle ich mein Hungergefühl oder versuche, eine Emotion dazu zu vermeiden oder zu kompensieren?
00:10:14: Okay.
00:10:15: Das heißt das sind ja schon mal ganz klare Tipps die hauptsächlich eben mit Selbstbeobachtung zu tun haben
00:10:23: wie ich
00:10:23: hier wieder zurück finde in ein genussvolleres Leben Wenn Essen mehr Druck als Genuss ist.
00:10:32: auf losleben Stories findet ihr Beiträge rund um Gesundheit und Selbstversorgung.
00:10:37: Ein guter Einstieg ist der Bereich Körper, den wir in den Show Notes verlinken.
00:10:42: Passt gut auf euch auf und danke fürs
00:10:44: Zuhören!
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