5.1 Burn-out-Symptome erkennen – wenn Stress zur Belastung wird
Shownotes
Psychische Belastung Symptome früh erkennen ➜ 10 Warnzeichen von Burnout bis Depression ✓ Tipps vom Psychotherapeuten Severin Stefenelli
Relevante Links zur Episode:
Psychische Belastung & Symptome: 10 Anzeichen im Mental Health Check
Burnout vermeiden » Stress erkennen & verhindern
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00:00:03:
00:00:12: Herzlich willkommen zum Losleben.
00:00:13: Stories Podcast der Wiener Städtischen.
00:00:15: Wir alle kennen Stress, Deadlines, Mental Load, volle Kalender!
00:00:20: Aber wann gibt er normale Wahnsinn in eine Krankheit?
00:00:24: Darüber spreche ich heute mit Severin Stefenelli, Psychotherapeut aus Wien – schön dass du da bist, Severin.
00:00:30: Danke für die Einladung.
00:00:33: Severin viele Hörerin und Hörer fühlen sich dauerhaft erschöpft.
00:00:36: Wo verläuft eigentlich medizinisch die Grenze zwischen einfach viel zu tun und einem echten Burnout?
00:00:42: Einfach viel zu Tun im Unterschied zum Burnout würde bedeuten, Belastungen oder Stressoren ausgesetzt zu sein.
00:00:49: Die man jedoch zeitnah auf der einen Seite bewältigen sowie auch verarbeiten kann und auf der anderen Seite von dem man sich auch wieder vollständig regenerieren kann.
00:00:57: Bedeutet dass der Stress nach Bewältigung wieder auf ein gesundes Grundspannungsniveau fällt und man in eine psychophysiologische beziehungsweise auch emotionalen emotionalen Entspannungszustand kommt.
00:01:09: Beim Burnout hingegen ist man zu lange auf, dass eine Seite zu intensiv und auf der anderen Seite auch chronischen Stressoren ausgesetzt, die man objektiv aber auch subjektiv nicht mehr bewältigen kann und von denen diese Regenerationsfähigkeit eben nicht mehr möglich ist.
00:01:25: heißt Pausen, Wochenenden, Freitage oder auch Kurzerlaube haben keinen oder nur einen niedrigen Regenerationseffekt und das Grundspannungsniveau bleibt erhöht und man brennt unter dieser chronischen Belastung aus.
00:01:39: Chronisch über diese Belastungsgrenze hinauszugehen, kann dann eben ein Burnout auslösen.
00:01:44: In anderen Worten beim Burnout befindet man sich chronisch im rotem Bereich – Man brennte eben aus!
00:01:51: Wenn wir uns das so vorstellen wenn wir in unserem Auto fahren und hier und da mal in den roten Bereich der Drehzahl hineinkommen wird es dem Auto nichts machen.
00:02:00: Wenn wir aber regelhaft und chronisch in diesem roten Bereich fahren, wird es uns nicht wundern wenn das Auto irgendwann stehen bleibt um die Weiterfahrt verweigert.
00:02:09: Irgendwann ist diese Belastung zu lange zu hoch und der Organismus zieht unter Anfangszeichen die Reißleine.
00:02:15: Das ist eine radikale Gegenregulation zur Überforderung Und der Organismus schickt einen in die pathologische Entspannung In die krankhafte Entspanung Die Erschöpfungsdepression.
00:02:25: Man kann das insofern als eine sehr intensive Schutzreaktion zur Überforderung sehen, wie beispielsweise auch Angst, Panik, Dissoziation oder Wutausbrüche die zur Bewältigung von objektiv- oder subjektive über lebensbedrohlichen Hochstresssituationen dargeboten wird.
00:02:41: Es ist jetzt klarerweise um Stress gegangen und unsere Kultur wird zunehmend stressiger kommt mir vor.
00:02:49: Man denke nur an die Handys zum Beispiel, die uns die ganze Zeit begleiten.
00:02:53: wir bekommen Nachrichten von früh bis spät.
00:02:56: man könnte das als always on Kultur bezeichnen.
00:02:58: Wir haben Home Office wo wir quasi halt unser Zuhause auch zu unserem Betrieb oder zu unserer Arbeit machen.
00:03:05: Das ist das eine.
00:03:06: Gibt es denn auch bestimmte Persönlichkeitstypen, etwa Perfektionistinnen die anfälliger für Burnout sind?
00:03:14: Ja gerade wenn zum Always-On Kultur oder Perfektionistin geht es kein Entweder oder sondern mehr in und weil beides Prädispositionen also bedingende Faktoren sein können, die das Risiko für einen Burnout oder an einem Burnout zu erkranken erhöhen.
00:03:29: Auf der einen Seite ist natürlich die ständige Erreichbarkeit der always-on Kultur sowohl beruflich als auch privat ein Belastungsfaktor, den natürlich negativen Einfluss auf unseren chronischen Stresslevel haben kann oder hat.
00:03:42: Diese ständige Alarmbereitschaft reagieren zu müssen, erreichbar zu sein – Auf Inhalte reagieren zum müssen diese konstante Erwartung eben erreichbaue oder reagieren zur müssen ist Stress!
00:03:55: Hier braucht es vor allem ein Bewusstsein und auch die Kompetenz für den eigenen Konsum auf der einen Seite.
00:04:00: Da sprechen wir von der digitalen Resilienz, aber auch eine gesunde Selbstfürsorge in Form von gesunden Grenzen.
00:04:07: Zeiträume zum Beispiel zu schaffen, in denen man sich erlaubt nicht sofort verfügbar sein zu müssen, sich auszeiten zu geben beruflich aber auch privat.
00:04:16: Das ist zum Beispiel auch der Grund wieso... Einsame Hütten am Berg, mitten in der Natur, fernab von Funkzellen und Reizeüberflutung gerade so beliebt auf der einen Seite.
00:04:24: Und kaum noch buchbar sind!
00:04:26: Das war vor ein paar Jahren noch ganz anders.
00:04:30: Und das betrifft natürlich auch das Thema Homeoffice.
00:04:33: Auf der anderen Seite kann ich total nachvollziehen dass es Zeitsparend ist und dass es entlastend sein kann vom Zuhause zu arbeiten.
00:04:39: Dass es organisatorisch einfach auch manchmal leichter ist.
00:04:42: Andererseits kann es aber auch dazu kommen dass sich diese beruflichen Belastungsfaktoren Und das Privatleben zu sehr vermischen auf der einen Seite und auf die anderen Seite, dass private Konflikte mit der Berufswelt kollidieren.
00:04:56: Und gerade der Heimweg beispielsweise als einfaches Beispiel aus dem Büro nach Hause kann Psychohygiene sein die eine gesunde Abgrenzung von Beruf und Privatleben begünstigt.
00:05:07: Das heißt, der Heimweg oder der Weg zum Büro ist eigentlich so eine Möglichkeit wie ich mich mal kurz entspannen kann auch?
00:05:13: Genau!
00:05:14: Wie ich runterkommen kann, wie ich die Belastungsfaktoren aus der Arbeit irgendwo am Weg zurücklassen kann und mir und meinem Organismus, meinem Hirn auch die Möglichkeit gäbe diesen Transfer vom Berufsfeld ins Privatleben möglichst gesund zu gestalten.
00:05:29: Und wenn ich im Homeoffice-Arbeit und den Laptop zuklappe Und dann direkt die Bedürfnisse meiner Kinder oder meiner Partnerin, befriedige kann es sein dass es da zu knapp ist und das der ein Stressor aus der beruflichen Welt eben ins Privatleben überkippt.
00:05:45: Wenn ich jetzt betroffen bin,
00:05:46: d.h.,
00:05:46: wenn's mir wirklich schlecht geht, wenn ich dauergestresst bin so wie du das beschrieben hast, wenn auch am Wochenende oder in Urlaub nicht mehr runterkommen kann... könnte ich mir denken, ich suche jetzt eine Therapie.
00:06:01: Das Problem bei Therapien ist ja dass es oft dauert bis man wirklich einen Kassenplatz bekommt.
00:06:09: Was kann man denn in der Zeit machen?
00:06:10: Gibt's da präventive Angebote die man nutzen können?
00:06:13: Präventiver Angebote wie Stressbewältigungskurse gibt es viel das boomt gerade auf Social Media und wird haufenweise angeboten.
00:06:20: Und ich kann sehr gut nachvollziehen, dass man gerade wenn einem Leidenszustand will im Burnout sich eine schnelle Lösung wünscht.
00:06:27: Ich würde trotzdem empfehlen, eher auf Qualität zu achten.
00:06:30: als lauten und schnellen Reels zu folgen, die da in den Social-Medium herum schwirren.
00:06:36: Ganz generell kann ich empfehle das MBSR, das Mindful Based Stress Reduction Training von Kabat-Zinn, das in Österreich sehr oft angeboten wird auch von Therapeutinnen oder auch andere fokussierte Kurse mit dem Fokus auf Entspannung, Atmung oder Achtsamkeit.
00:06:53: Hier kann ich beispielsweise auch ein bisschen in Eigenwerbung das Mindful Body Studio im 7. Bezirk empfehlen, bei dem ich als Therapeut mit einem Team aus Verhaltenstherapeuten und klinischen Psychologinnen sehr niederschwellig Angebote zur psychischen Gesundheit aber auch zu Stressbewältigung anbiete.
00:07:09: Und die eben auf Bewegungsangebote parallel aufgebaut sind.
00:07:14: Bewegung generell Sport und Bewegung gerade bei Stress oder für die psychische Gesundheit sehr schnell wirksam Ganz, ganz wichtig.
00:07:23: Er senkt den Grundstressspiegel, lässt uns entspannt motiviert ausgeglichen fühlen, ist stimmungsauffhellend, angstlösend.
00:07:30: Studien haben auch gezeigt ähnlich antidepressiv wie gewisse Medikation.
00:07:35: in Kombination mit Verhaltenstherapien wirkt sogar schmerzstillend und leistungsfördernd noch vieles mehr.
00:07:42: Das heißt Sport als eigentlich eine der wichtigsten Medizin für in diesem Faller psychische Erkrankung?
00:07:49: Ja genau!
00:07:50: Wenn ich jetzt noch nicht so weit bin, wenn ich aber jetzt merke, ich sitze im Büro.
00:07:55: Ich laufe heiß und komme nicht mehr runter.
00:07:57: Hast du da eine effektive Sofortmaßnahme die jeder von uns umsetzen kann?
00:08:02: Tolle Sofortmassnahmen oder wie nennen wir es auch Skills gibt's ganz viele.
00:08:07: Welche Skill für welche Person am besten funktioniert muss man sich anschauen.
00:08:11: Da empfehle ich einfach DPT Skills zu googeln Und sich das anzuschauen.
00:08:16: Aber einer der effektivsten und schnellsten und auch fast unter normalen Umständen überall anzuwendeten, sofort geht es ist die Atmung.
00:08:26: Unter Stress atmen wir nämlich zu flach und vor allem in die Brust und aktivieren so den Teil unseres vegetativen Nervensystems, den Sympathikus, der uns auf Aktivität, auf Leistung, auf Stress vorbereitet bis zu dem Hochstress Fight or Flight.
00:08:41: Dem können wir entgegenwirken oder gegenregulieren indem wir die Bauch- oder Zwerchfellatmung aktivieren die so den Parasympathikus, also den Teil des vegetativen Nervensystems aktiviert der für die Entspannung zuständig ist.
00:08:54: Man sagt diesbezüge auch rest and digest, also ruhen und verdauen.
00:08:59: Dadurch senken wir die Herzfrequenz dem Blutdruck umzuwirken entspannen auf die Skelettmuskulatur ein.
00:09:05: Die Bauchatmung funktioniert so dass wir normal zügig über die Nase in den Bauch einatmen.
00:09:11: dabei kann man die Hand auf den Baug legen und spüren wie sich die Bauchdecke langsam hebt und senkt.
00:09:17: Als aktiven Teil, das ist wichtig wird die Ausatmung verlangsamt.
00:09:22: Es wird doppelt so lange ausgeatmet wie eingeatmet.
00:09:25: Hier kann man beispielsweise auch zusätzlich eine Atembremse einbauen beim Ausatmen also einen Schnurren oder einem Pfeifen durch die Zähne um das zu machen als aktiven Teil
00:09:36: damit man dadurch noch langsamer atmet quasi
00:09:38: genau bewusst dann noch langsam ausatmet.
00:09:42: nach dem vollständigen Ausatman macht meine kurze Pause und wiederholt die Zyklen.
00:09:48: Im Idealfall macht man das drei Minuten lang, nach zwei vollständigen Atemzyklen kann man aber beispielsweise über das Biofeedback schon eine Gegenregulation erkennen.
00:09:57: also nach zwei Atemzügen, das ist beeindruckend.
00:10:01: und spätestens nach zwei Minuten, also Atemzug 16
00:10:04: ca.,
00:10:05: ist es auch subjektiv spürbar dass man in die Entspannung kommt.
00:10:10: Das heißt man braucht hier nicht wirklich viel Zeit, sondern das ist etwas wofür man sagen wir mal zwei bis vielleicht fünf Minuten braucht um sich wirklich zu entspannen.
00:10:18: Genau!
00:10:19: Ausgezeichnet.
00:10:20: Wunderbar.
00:10:21: vielen Dank für deinen Besuch lieber Severin.
00:10:24: Vielen dank
00:10:26: und wenn du merkst dass Stress bei dir mehr ist als nur eine volle Woche auf losleben stories findest du den Artikel ""tress erkennen, Burn out vermeiden mit konkreten einordnungen und ersten Achritten.
00:10:37: Den link dazu In der Podcastfolge besprochenen Angeboten gibt's in den Shownotes.
00:10:43: Wenn euch der Podcast hilft, abonniert uns überall da wo es Podcasts gibt!
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