3.10 Warum fällt Abschalten nach der Arbeit so schwer?

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00:00:04:

00:00:12: Hallo beim Losleben Stories Podcast der Wiener Städtischen.

00:00:16: Die Psychologin Denise und ich sprechen über das Schwierigste im Homeoffice-Zeitalter – wie schalte ich nach dem Arbeitstag mental wirklich ab?

00:00:24: Hallo, Denise!

00:00:25: Herzlich willkommen.

00:00:26: Hallo, ich freue mich hier zu sein.

00:00:29: Schön, dass du da bist Denise, warum fällt es uns denn so schwer nach der Arbeit abzuschalten?

00:00:35: Früher hieß es ja einfach Büro-Tür zu und fertig.

00:00:38: Heute ist das oft schwierig.

00:00:40: Woran liegt das?

00:00:42: Ja also wie du sagst gab's ja früher diese klare Grenze.

00:00:46: Also auch den Ort, der durch die Homeoffice Zeit sich verändert hat.

00:00:51: Der Arbeitsort manchmal.

00:00:53: Und durch diese klaren Grenzen macht die Tür zu und lass alles im Büro stehen... viel einfacher gelungen sich davon zu distanzieren, also vom Arbeitsalltag.

00:01:04: Und wenn man jetzt zum Beispiel Homeoffice macht dann fehlt ja dieser Weg von einem Arbeitsort nach Hause.

00:01:12: und gleichzeitig ist es aber so auch wenn ich in der Arbeit bin habe ich ja mein Smartphone heutzutage.

00:01:18: Also mein Handy und heute ist man ja quasi eigentlich auch ständig erreichbar.

00:01:22: Dann kann man ja auch nach der Arbeit immer noch E-Mails vielleicht sehen, die rein kommen sozusagen, also das macht es auch viel schwerer, sich abzugrenzen.

00:01:30: Das heißt die ständige Erreichbarkeit, die wir eigentlich schon sehr lange haben dadurch dass wir immer mit unseren Geräten verbunden sind hauptsächlich eben dem Handy.

00:01:38: Logischerweise was wir immer dabei haben wird jetzt dadurch, dass wir seit einigen Jahren viele von uns zumindest Homeoffice Regelungen haben eigentlich noch verstärkt oder?

00:01:48: Ja genau weil da gibt's ja auch diesen Übergang nicht und unser Gehirn braucht einfach diese Übergänge zwischen Arbeit und Zuhause.

00:01:57: Und da fehlt dieser Arbeitsweg eben.

00:01:59: und zu Hause habe ich ja auch vielleicht nicht immer ein Büro, es kann ja auch sein dass ich zu hause am Küchentisch vielleicht arbeite.

00:02:07: das ist ein Ort wo ich vielleicht auch selber esse wo ich quasi gute Zeit eigentlich habe.

00:02:15: Das ist ja auch so für unsere Gehirn manchmal sehr schwer zu differenzieren, das ist jetzt ein Arbeitsort und danach das ist der Ort, wo ich entspanne wenn es so vermischt wird.

00:02:23: Und dann sieht man dann noch die Arbeitsunterlagen vielleicht am Tisch wenn man sie nicht weggeräumt hat und das erschwert natürlich das ganze umso mehr.

00:02:31: Noch schlimmer ist es wahrscheinlich, wenn ich meinen Schreibtisch oder mein Homeoffice-Büro sozusagen im Schlafzimmer habe.

00:02:38: Oder?

00:02:38: Weil da gibt's dann wirklich ein Konflikt zwischen Entspannung und dem Gegenteil von Entspannen, nämlich Arbeit.

00:02:44: Ja ganz genau!

00:02:45: Also im Schlaftzimmer sollen wir sowieso nichts anderes machen als zu schlafen und sich erholen und gar nicht arbeiten.

00:02:50: aber das verleitet vielleicht einen dazu dass man da ein Laptop aufm Schoß im Bett liegt und arbeitet kann natürlich die Orte vermischen.

00:03:00: Jetzt gibt es ja die Empfehlungen häufig mal, dass man ein Feierabend-Ritual machen kann.

00:03:05: Du hast eben auch davon gesprochen, dass diese Bereiche sich vermischen.

00:03:09: Das heißt, so einen Ritual könnte eigentlich eine Art Abschluss des einen Bereichs sein und dafür den Raum öffnen für einen neuen Bereich.

00:03:19: Wie kann man so ein Rituel machen?

00:03:21: Was braucht das Rituaal um wirklich wirksam zu sein?

00:03:24: Ja, so Rituale helfen uns sich vom Alltag abzugrenzen.

00:03:27: Vom Arbeitsalltag.

00:03:28: und das hilft aber nur wenn ich es wiederhole, wenn ich auch immer das mache und wenn ich da was Symbolisches mit dran hänge also zum Beispiel symbolisch jetzt meinen Laptop zu Hause schließe,

00:03:40: und das heißt für mich hiermit ist die Arbeit heute fertig.

00:03:45: Früher war der Arbeitsweg ja auch eine Grenze zwischen Arbeitsalltag und Freizeit.

00:03:52: Das kann man ja zum Beispiel an einem Homeoffice-Tag auch machen.

00:03:55: Also man hat dann quasi keinen Arbeitsweg, kein Zuhauseweg oder Arbeitsweg mehr.

00:04:00: aber man kann ja einfach zu Hause wenn nachdem man den Laptop geschlossen hat, sage ich geht es mal in eine Hunde spazieren kurz um raus.

00:04:06: Ja das kann man dann zum Beispiel auch machen wenn man zu Hause arbeitet.

00:04:10: Man kann manchmal den Arbeitsalltag auch damit abschließen, wenn man zum Beispiel sich Notizen macht vom Arbeitsalltag.

00:04:17: Was habe ich heute gemacht und womit mache ich einfach am nächsten Tag weiter?

00:04:20: Das lasse ich dann einfach so am Schreibtisch stehen Und das hilft uns auch irgendwie so damit abzuschließen weil manchmal. Kann uns das gedanklich irgendwie so noch beschäftigen dass was brauche ich noch was muss ich am nächsten Tag noch irgendwie erledigen oder so und es kann nicht einfach für mich auf dem Post-It oder auf dem Papiernotizblatt für mich einfach aufschreiben.

00:04:40: Das heißt, ich entlaste eigentlich mein Gehirn damit oder?

00:04:43: Ich kenne diesen Trick um besser schlafen zu können.

00:04:46: Es wird ja oft empfohlen dass man eben so eine Art Tagebuch schreibt wo man abends reinschreibt was man am Tag alles erledigt hat oder auch was man dem nächsten tag erledigen muss damit das eben aus dem eigenen Gehirnen draußen ist und in diesem Buch vermerkt ist.

00:04:59: So ähnlich ist es hier auch oder?

00:05:01: Genau, es geht wirklich darum dass ich mich gedanklich auch davon verabschiede und nicht nur physisch körperlich.

00:05:08: Und das hilft mir einfach abzuschalten.

00:05:11: Ich weiß dann für mich, ich habe die Sachen alles zusammengefasst und am nächsten Tag finde ich auch leichter einen Einstieg in die Arbeit.

00:05:19: Das heißt wenn ich dich richtig verstehe wäre es jetzt aber fatal, dass ich nachdem ich das alles gemacht habe, nachdem oft schon wiederholt habe und auch wirklich mein Körper, mein Geist weiß, jetzt ist Feierabend.

00:05:34: Wenn ich dann doch wieder anfange E-Mails zu checken?

00:05:37: das ist eigentlich problematisch.

00:05:39: Gibt es denn, wenn ich jetzt zum Beispiel weiß, es kann ja sein dass ich's einfach nochmal machen muss beispielsweise weil am nächsten Tag eine wichtige Präsentation ist für die mir noch was fehlt, oder aus anderen Gründen abends doch noch mal die E-Mails zu checken und trotzdem nicht aus der Entspannung rauszukommen oder mich danach wieder schneller entspannen zu können.

00:06:00: So wie du es beschreibst gibt's natürlich diese Momente, diese Phasen in der Arbeit wo man dann nach der Arbeit vielleicht nochmal doch irgendwie in E-mails reinschauen möchte.

00:06:09: oder wenn man am nächsten Tag eine Präsentation ansteht, dann will man vielleicht nochmal was nachlesen.

00:06:14: Da ist es aber wichtig, sich da konkret Zeit dafür zu nehmen.

00:06:17: Also jetzt nicht irgendwie zeitlos, sich am Abend dann nochmal vor den E-Mails hinzusetzen oder einfach was zu lesen und nicht mehr damit aufzuhören sondern zu sagen ich nehme jetzt noch mal zehn Minuten Zeit zum Beispiel, dann lese ich das.

00:06:31: Dann schaue ich mir die E-mails nochmal an.

00:06:34: Wichtig ist aber auch dass ich sage ich schau's mich nur an vielleicht notiere ich irgendwas, was wichtig ist.

00:06:40: Aber ich arbeite jetzt nicht mehr und es sich dann auch im Wecker zu stellen und zu sagen wenn der Wecker angeht, dann mache ich wirklich Schluss.

00:06:48: Das heißt sich auch hier ganz klare Grenzen zu setzen und Regeln zu setzen nachdem ich das dann bearbeite okay?

00:06:56: Letzte Frage noch zur ganzen Staffel die wir jetzt hinter uns haben Was ist die... dass eine Ding die eine Sache die du jedem Menschen eigentlich für einer bessere psychische Gesundheit empfehlen würdest?

00:07:12: Ja, das ist für mich ganz einfach zu beantworten.

00:07:14: Ich würde sagen Pausen, Pausen, Pausen. Erholung.

00:07:18: Wir alle planen ganz oft Aktivitäten, Arbeitszeiten, Arbeitsschritte und so weiter,

00:07:24: und so fort.

00:07:24: wir planen aber nie bewusst Pausen.

00:07:26: Die nehmen wir uns quasi immer nur dann wenn wir entweder auch schon so erschöpft sind oder müde sind.

00:07:32: Und wir brauchen aber und unser Gehirn selbst braucht auch immer wieder diese Zeiten, wo wir reizlos sind.

00:07:38: Wo wir aufgabenlos sind, so richtig einfach die Seele baumeln lassen können.

00:07:43: Das ist so wichtig für die Erholung um da wieder Kraft und Energie zu tanken.

00:07:47: wenn wir das langfristig nicht haben dann erschöpfen wir natürlich und deswegen ist es so für mich der Tipp schlechthin: plant pausen ganz bewusst und regelmäßig.

00:07:59: Fantastisch.

00:08:00: Ganz herzlichen Dank, wir können dann jetzt auch in die Pause gehen.

00:08:03: Danke dass du dabei warst.

00:08:04: Ja danke!

00:08:04: War sehr interessant!

00:08:06: Danke ich habe sehr gefreut.

00:08:08: Schön, das wars für die Staffel zum Thema Mental Health.

00:08:12: Danke an Denise.

00:08:13: mehr Infos findet ihr auf wienerstädtische.at/loslebenstories und natürlich bei den Episoden in den Shownotes.

00:08:21: Weitere staffeln sind in planung.

00:08:23: abonniert unseren podcast also auf spotify apple podcasts oder youtube oder eurer Plattform, damit ihr keine Folge verpasst.

00:08:31: Danke fürs Zuhören!

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