2.5 Wie merke ich, dass es losgeht?

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00:00:03:

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zum Losleben.

00:00:14: Stories Podcast der Wiener Städtischen.

00:00:16: Ich bin Maya McKechneay und spreche mit Erika Heimhilcher, Erika ist Hebamme- und systemische Coachin in Wien.

00:00:22: Das heißt, sie begleitet Frauen und Paare während der Schwangerschaft und auch danach.

00:00:27: Schön dass du bei uns bist Erika!

00:00:29: Danke für die Einladung.

00:00:30: Ja wir sind jetzt schon bei Halbzeit und es wird wirklich ernst.

00:00:34: nämlich lautet unsere heutige Frage: Wie merke ich dass es losgeht?

00:00:40: Erika, das ist ja wahrscheinlich auch eine der Fragen, die du am häufigsten hörst von Frauen mit denen du arbeitest.

00:00:45: Genau!

00:00:47: Am liebsten wünscht sich jeder Frau eine konkrete Antwort. Aber das ist immer sehr schwierig, diese zu geben.

00:00:53: Aber die sicheren Zeichen, dass die Geburt los geht, sind entweder regelmäßige Wehen oder ein Blasensprung.

00:01:01: Alles andere sind jetzt eher unsicherer Zeichen, so wie das Lösen des Schleimpfrops.

00:01:07: Den Schleimpfropf muss man sich so vorstellen... Da ist die Gebärmutter und dann der Gebärmutter Hals.

00:01:15: Und beim Hals steckt er wie so ein Stöpsel drinnen.

00:01:18: Wenn dieser Stöpsel sich löst, das ist der Schleimpfropf, ja.

00:01:22: Aber das muss nicht sein!

00:01:24: Und ist auch kein sicheres Zeichen, dass es losgeht.

00:01:28: Es ist so, ah ja okay, mein Körper bereitet sich vor!

00:01:32: Aber Blasensprung oder regelmäßige Wehentätigkeit sind ein Zeichen dafür, dass die Geburt losgeht.

00:01:39: Was ist regelmäßig?

00:01:41: Also ich erinnere mich aus meiner eigenen späten Schwangerschaft,

00:01:44: Wehen, also dieses Ziehen, das gibt es immer wieder.

00:01:48: Es gibt auch immer wieder, dass es kommt und wiederkommt.

00:01:50: Und wann ist es regelmäßig?

00:01:52: Genau wenn das wirklich in rhythmischen Abständen kommt, ja der Zeitpunkt, weil das möchte ja eigentlich jeder wissen.

00:02:00: Der Zeitpunkt, wann fahre ich ins Krankenhaus, um einen Richtwert zu haben, sagt man, dann, wenn die Wehen ca.

00:02:07: alle fünf Minuten kommen für in etwa eine Minute und das eine Stunde lang.

00:02:15: Solange die Frequenz, Stärke und Dauer unregelmäßig sind, ist das wirklich zu früh!

00:02:23: Das ist oftmals, ich weiß, sehr schwer einzuordnen, weil man sich denkt, okay das tut schon weh, ja, und das möchte ich auch niemanden abschreiben, aber oftmals ist das zu früh, da steckt man mitten in der Latenzphase.

00:02:38: Das ist ein Teil der Eröffnungsphase.

00:02:41: Es gibt drei Phasen der Geburt.

00:02:43: Die Eröffnungsphase ist die Phase, wo der Muttermund

00:02:46: sich

00:02:47: vollständig auf zehn Zentimeter öffnen muss, und solange es unregelmäßig ist, kann es auch eventuell sein, dass das Ganze wieder aufhört.

00:02:57: Es ist zu früh, für eine Aufnahme im Krankenhaus.

00:03:02: Also wirklich diese Abstände zu warten.

00:03:06: Mir hat damals meine Hebamme gesagt, wenn du Wehen bekommst und du legst dich in die Badewanne und dann werden die wieder seltener, dann weißt du das war jetzt nur ein Fehlalarm, dann kannst du in Ruhe zu Hause bleiben. Mach dir keine Sorgen.

00:03:21: Ist das auch ein Tipp, den du geben würdest?

00:03:23: Also, was macht man, wenn wenn Wehen kommen?

00:03:25: Genau also ich sage mal, wenn sie im Idealfall beginnen die wirklich mit langen Abständen und die Abstände verkürzen sich, so findet man auch besser in die Situation hinein.

00:03:36: Und so lange die Abstände lange sind, sagen wir alle zwanzig Minuten, im Bett bleiben.

00:03:41: Solange wie möglich ruhen. Versuchen, die Wehen ein bisschen zu ignorieren, da schläft man immer wieder ein dazwischen.

00:03:48: Man braucht die Energie ja!

00:03:50: Und ganz wichtiger Tipp: den Mann nicht zu früh aufwecken, sonst die werden dann schon nervös und deren größte Panik ist eine ungeplante Hausgeburt.

00:04:03: Weil man das aus Film- und Fernsehen kennt?

00:04:05: Das ist ein bisschen wie so eine Urban Legend, weil du hast du das erlebt überhaupt, oder kennst du das aus deiner Praxis, dass es aus Versehen unterwegs oder Zuhause losgeht.

00:04:14: Nicht beim ersten Kind. Ja, also die Punkte, die wir heute oder die wir generell besprechen, jetzt, wenn es um Geburt geht, betreffen Erstgebärende.

00:04:25: Die Zweiten, Dritten sind wieder ganz anders.

00:04:27: Da gelten andere Regeln.

00:04:29: Man sagt, das geht schneller beim zweiten und dritten Kind.

00:04:33: Beim ersten dauert's eher was auch gut ist, weil mans noch nicht richtig einschätzen kann?

00:04:38: Genau!

00:04:39: Die zweiten sind schneller, die dritten sind weder tricky. Die können teilweise länger sein als das erste oder schneller als das zweite.

00:04:48: Also die Dritten,

00:04:50: ja

00:04:51: weiß man nicht so!

00:04:53: Aber wirklich auf diese regelmäßigen Wehen-Abstände zu warten?

00:04:58: Sonst ist es ein Ping-Pong-Spiel, sonst wird man wieder nach Hause geschickt.

00:05:02: Man kann eine Wahlhebamme anrufen in dem Fall und sagen, mir geht's jetzt so,

00:05:05: ich beobachte das.

00:05:07: Wenn man eine Wahlhebamme hat. Aber nicht jede Frau hat eine Wahl-Hebamme.

00:05:11: Mein Tipp ist auch immer, wenn man das Bedürfnis hat im Kreißzimmer anzurufen, und zu fragen: Ich kann die Situation nicht gut einschätzen.

00:05:19: Dann möchten wir bitte direkt mit den Frauen sprechen und nicht mit den Männern.

00:05:24: Ja, weil sonst ist das so ein bisschen ein Stille-Post-Spiel?

00:05:27: Und irgendwelche wichtigen Informationen gehen verloren, weil es ist manchmal schon an der Atmung auch gut erkennbar, in welcher Phase die Frau sich befindet, weil

00:05:36: die Atmung ändert sich.

00:05:38: Zu Beginn ist es vielleicht auch noch so, dass man sich ein bisschen lustig macht, wenn das noch nicht so intensiv ist und man sich denkt, das tut den anderen weh?

00:05:50: Keine Ahnung!

00:05:51: Da ist dann meistens noch etwas Luft nach oben und irgendwann einmal ist das einzige was einem wirklich möglich ist, während einer Wehe, auf die Atmung sich zu konzentrieren.

00:06:01: Bewusste Bauchatmung.

00:06:04: Sprechen wir vielleicht kurz über die Wehen.

00:06:06: Das ist sowas, was man eben auch wieder kennt, vorher aus Film und Fernsehen.

00:06:11: Frauen halten sich dann den Bauch, wenn man sie sieht in solchen Filmen.

00:06:15: Und ich hatte immer das Gefühl: Es ist halt vorne der Bauch, der zieht dann so.

00:06:18: Es ist aber auch ganz stark im Rücken, oder, dass man das spürt?

00:06:21: Ja, manche Frauen spüren das

00:06:23: ganz stark im Rücken. Es ist ja auch auch wie manche während ihrer Menstruation Rückenschmerzen haben im Unterrücken und bei anderen Frauen strahlt der Schmerz so in die Oberschenkel.

00:06:35: Es ist ganz unterschiedlich, es ist wirklich ... wie kann man Wehen beschreiben?

00:06:40: Gar nicht!

00:06:41: Ich, bevor ich meinen Sohn geboren habe, war mir ziemlich sicher, ich weiß, wie sich Wehen anfühlen.

00:06:47: Ich bin schon bei so vielen Geburten dabei gewesen.

00:06:49: Also das...ich bin mir sicher.

00:06:52: Und dann war ich auch überrascht. Ich bin sehr überrascht gewesen und dachte, okay mit dem habe ich jetzt nicht gerechnet.

00:07:01: Man weiß es einfach nicht!

00:07:02: Es ist ein Schmerz, den man nicht kennt.

00:07:06: Aber das soll einem nicht Angst machen, weil das heißt nicht, dass ich nicht mit diesem Schmerz gut umgehen kann.

00:07:12: Ja also das ist Wehen.

00:07:14: Und die andere Möglichkeit wie es starten kann, ist Blasensprung.

00:07:21: Und bei einem Blasensprung gibt es auch zwei verschiedene Möglichkeiten. Ich sag immer:

00:07:23: Das eine ist der Hollywood-Blasensprung.

00:07:25: Flatsch, es kommt viel - also, eine reichliche Menge an Wasser raus, und dann ist klar, okay das kann jetzt kein Harnverlust sein.

00:07:35: Und die andere Möglichkeit ist, dass das so ein kleiner Riss in der Fruchtblase ist und dann tröpfelt das.

00:07:43: Dann würde ich das einfach ein bisschen beobachten.

00:07:45: und wenn man merkt, dass Wasser läuft und man versucht es aktiv zurückzuhalten – und das ist nicht möglich – dann ist das auf jeden Fall ein Zeichen von einem Blasensprung. Und ganz wichtig.

00:07:56: Wenn man merkt, das Wasser läuft: Blasensprung bedeutet nicht Wehentätigkeit.

00:07:59: Das heißt, wenn der einsetzt, egal Wehen oder nicht, sofort in die Klinik oder die Geburt vorbereiten?

00:08:04: Ja

00:08:04: aber bitte: das ist kein Notfall wie in den Filmen!

00:08:06: Weil in den Filmen ist es: Blasensprung alle rennen ganz aufgescheucht herum.

00:08:13: Rettung, Klinik, Geburt. Eigentlich ist das manchmal genau das Gegenteil.

00:08:19: Es kann ein längerer Warteprozess werden. Aber es ist einfach das Zeichen, die Geburt geht los.

00:08:26: Es ist ein sicheres Zeichen.

00:08:28: Weil man muss sich vorstellen ... Das Baby ist ja durch den Nabelschnur verbunden und versorgt.

00:08:32: Das hat alles, was es braucht.

00:08:34: Das Fruchtwasser rinnt zwar, aber man hat noch Zeit.

00:08:37: Und

00:08:37: es ist noch reichlich Fruchtwasser drinnen?

00:08:40: Das Baby liegt nie im Trockenen.

00:08:42: Ja, weil das ist auch oftmals so eine Befürchtung, liegt das Baby jetzt im Trockenen?

00:08:48: Nein!

00:08:48: Es ist noch rechtlich Fruchtwasser drinnen.

00:08:51: Okay, also da ist es dann keine Frage.

00:08:52: Da geht es auf zur Geburt. Bei der Wehentätigkeit.

00:08:55: Hast du beschrieben?

00:08:56: Da hast du beschrieben. Es soll regelmäßig erfolgen.

00:08:58: Fünf Minuten ist 

00:08:59: der Takt, hast Du gesagt?

00:09:00: Genau, alle fünf Minuten für mindestens eine Stunde, und eine Wehe dauert in etwa eine Minute.

00:09:06: Und auch ein Tipp: Bitte mit der Uhr tracken, nicht mit irgendwelchen Apps, weil die schicken einen viel viel früher ins Krankenhaus.

00:09:14: Also wirklich ganz herkömmlich mit dem Handy und dann ist man eher auf der sicheren Seite.

00:09:21: Und die ungeplante Hausgeburt, vor der keine Angst zu haben – das passiert nicht beim ersten Kind!

00:09:27: Ich kann mich erinnern, dass ich so eine Art Lampenfieber hatte, als es losging.

00:09:31: Also da war eine Art schöner Aufregung.

00:09:33: Man weiß: Jetzt passiert etwas, was mein Leben verändern wird.

00:09:37: Ist das eigentlich okay, aufgeregt zu sein?

00:09:39: Gehört das dazu?

00:09:40: Natürlich, das ist doch wunderschön.

00:09:42: Ich finde es doch schön, dass man dann weiß okay... Das rührt mich gleich zu Tränen!

00:09:47: Ja. Jetzt lerne ich diesen Menschen kennen, auf den ich schon Monate warte, auf den ich mich hier die letzten Wochen vorbereitet habe - und genau -  der mein Leben verändern wird.

00:09:58: Ich finde das schön.

00:09:59: Ja genauso solls sein. Heißt aber bitte nicht, in den letzten Wochen in Warteposition zu gehen und wirklich zu Hause zu sitzen und zu warten wann's losgeht. Mein Tipp ist immer, sein Leben weiter zu planen, Freunde treffen Freundinnen und Ausflüge zu machen.

00:10:17: Man hat ausreichend Zeit, auch wenn es beim Ausflug losgehen sollte.

00:10:22: Erika, ich danke dir sehr für das Gespräch.

00:10:24: Danke!

00:10:25: Und zum Schluss wie immer unsere Bitte: wenn euch diese Folge gefallen hat, dann empfehlt uns auf jeden Fall weiter.

00:10:31: Hinterlasst uns einen Like und: abonnieren nicht vergessen!

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