2.1 Was ist planbar – und was nicht?

Shownotes

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Buchempfehlungen aus dem Podcast

  • „Die Hebammensprechstunde“ (Ingeborg Stadelmann, u.a.) – Klassiker für Fragen rund um Schwangerschaft und Geburt
  • „Guter Hoffnung – Hebammenwissen für Mama und Baby“ (Kareen Dannhauer) – moderner Ratgeber zur selbstbestimmten Schwangerschaft
  • „Das Buch, von dem du dir wünschst, dass deine Eltern es gelesen hätten“ (Philippa Perry) – die britische Psychotherapeutin Philippa Perry schreibt klug und pointiert über Beziehung, Elternschaft und Bindung.
  • What to Expect When You're Expecting (Heidi Murkoff) – Evergreen aus den USA, der Monat für Monat erklärt, was im Körper passiert. Mit handfesten Tipps, Übersichtsseiten und To-Dos

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:12: Hallo und herzlich willkommen zum losleben.

00:00:14: stories Podcast der Wiener Städtischen.

00:00:16: Ich bin Maya McKechneay, und spreche mit Erika Heimhilcher.

00:00:19: Erika ist Hebamme- und systemische Coachin in Wien.

00:00:23: Das heißt, sie begleitet Frauen und Paare während der Schwangerschaft – auch danach.

00:00:28: Schön, dass du bei uns bist, Erika.

00:00:32: Erika, ich freue mich gerade deswegen, dass du da bist, weil beim Thema Geburt,

00:00:36: da schwirren so viele Informationen rum, wenn ich da merke als junge Frau, ich bin schwanger,

00:00:41: Da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll.

00:00:43: Da gibt's gute Tipps aus dem Freundeskreis, es gibt Social Media, es gibt endlos viele Bücher, aber ganz wenige Menschen, die einen beraten wollen, haben ja so viel Erfahrung wie Du. Kannst du ungefähr einschätzen,

00:00:55: bei wie vielen Geburten warst du als Hebamme dabei?

00:00:58: Also selbst begleitet bzw.

00:01:01: betreut,

00:01:01: sind es über tausend Geburt. Dabei gewesen - weitaus mehr.

00:01:05: Ja also schon eine ziemliche Menge, so ein kleines Dorf oder eigentlich so ein bisschen ein größeres Dorf.

00:01:12: Schöne Vorstellung!

00:01:14: Du meinst, alle Kinder die du auf die Welt gebracht hast, bevölkert schon ein kleines Dorf. Und du kennst du die Erfahrung auch von innen heraus, du bist selber Mutter?

00:01:23: Genau ich

00:01:23: bin mittlerweile seit neun Jahren Mama.

00:01:26: Ja, irgendwie sind die Jahre ins Land gezogen.

00:01:29: Dann springen wir doch mitten rein ins Thema und stellen uns vor: Eine Frau hat festgestellt, sie ist schwanger.

00:01:36: Sie fragt sich, wann beginne ich eigentlich mit der Vorbereitung und Planung der Geburt, mit der konkreten?

00:01:42: Jetzt,

00:01:42: dass man wirklich sagt, konkret auf die Geburt sich vorzubereiten.

00:01:46: Dafür hat man ausreichend Zeit.

00:01:48: In erster Linie sollte man sich darüber Gedanken machen: Wo möchte ich gebären?

00:01:53: Welches Setting ist das Richtige für mich, sei es jetzt eine Geburt im Krankenhaus, im Geburtshaus oder eine Hausgeburt?

00:02:01: Also das wäre so die erste Überlegungen.

00:02:04: Und auch: Ist eine Wahlhebamme eine Option für mich oder möchte ich das mit der Hebamme im Dienst gerne begleitet wissen.

00:02:13: Also, da sind so die ersten Überlegungen, die ich jeder Frau empfehlen würde - und wirklich darauf zu hören: was möchte ich?

00:02:21: Und gar nicht so sehr: Was wird mir von außen empfohlen?

00:02:27: Aber vielleicht weiß man ja gar nicht so genau, was möglich ist.

00:02:29: Also was möchte ich?

00:02:31: Da ist man natürlich schon sehr bestimmt von Bildern die man zum Beispiel aus Filmen kennt.

00:02:35: Und in Filmen liegen ja die Frauen meistens auf dem Rücken, gebären liegend, es gibt den Arzt, es wird das Kind gleich nach der Geburt gebadet usw.

00:02:44: Und dann schön sauber gereicht.

00:02:46: und da stimmt ja ganz vieles nicht an diesen Bildern,

00:02:48: oder?

00:02:49: Ja, leider.

00:02:50: Da ist auch immer zu hinterfragen,

00:02:52: woher sind diese Filme?

00:02:53: Wo wurden sie produziert?

00:02:55: Man kann eine Geburt nicht vergleichen im amerikanischen Raum und im zentral-europäischen Raum.

00:03:01: das sind ganz große Unterschiede, und auch schon in Europa.

00:03:05: ich begleite auch internationale Familien und fragt dann immer nach, wie in ihren Herkunftsländern Geburtshilfe gesehen wird.

00:03:14: Und das ist so unterschiedlich.

00:03:16: Deswegen ist es auch wichtig, die Information sich dort zu holen von Fachpersonen, wo man gebären wird und nicht auf diese Infos zurückzugreifen, die vielleicht die Mama einem weitergibt, die an einem ganz anderen Land lebt oder die Erlebnisse, die sie gemacht hat von vor dreißig Jahren.

00:03:38: Ich sage immer, das Rad dreht sich weiter, Gott sei Dank - und viele Dinge die früher richtig waren, sind jetzt halt ganz anders.

00:03:48: Jetzt gibt es den Begriff der "selbstbestimmten Geburt".

00:03:51: Also ich höre immer wieder und lese immer wieder, Frauen möchten die Kontrolle nicht abgeben.

00:03:55: Frauen möchten irgendwie das Zepter in der Hand behalten, selber bestimmen.

00:03:59: Wann bekomme ich Medikamente?

00:04:01: Was ist meine Position während der Geburt?

00:04:03: Was ist meine Geburtsumgebung?

00:04:05: Wie geht's dir mit diesem Begriff der "selbstbestimmten Geburt"?

00:04:08: Ja, dann sehe ich etwas kritisch weil durch diesen Begriff "selbstbestimmte Geburt" suggeriere ich der Frau, dass sie wirklich selbst alles bestimmen kann und das ist aber in der Realität

00:04:24: nicht möglich.

00:04:26: Ich kann einer Frau diese Verantwortung in der Situation der Geburt gar nicht übergeben zu sagen, okay und jetzt bestimmst du vielleicht sogar einem Notfall wie es weitergeht?

00:04:37: Geburt ist loslassen und loslassen funktioniert am besten mit

00:04:42: Vertrauen.

00:04:43: Aufgrund dessen, um nochmal auf die vorherige Frage zurückzukommen, ist es wichtig, mir wirklich mein Setting zu schaffen und mir Gedanken darüber zu machen

00:04:53: wo

00:04:54: kann ich am besten für mich loslassen.

00:04:56: Und mit wem vor allem?

00:04:58: Mit wem ist ein wichtiges Stichwort.

00:05:00: Du hast in unserem Vorgespräch gesagt, eine Geburt ist immer Teamarbeit.

00:05:04: Das heißt, es geht jetzt mal wirklich darum dass man sich überlegt, mit welchem Team und in welcher Umgebung kann ich mich dann auch trauen, loszulassen und notfalls die Kontrolle abzugeben.

00:05:13: Was gibt's denn da für Möglichkeiten?

00:05:15: Vielleicht relativ kurz mal beschrieben, weil wir werden dann in Episode 2 und 3 noch ins Detail gehen.

00:05:21: Genau, es gibt die Möglichkeit ins Krankenhaus-Setting zu gehen mit der Hebamme, die im Dienst ist, oder auch noch die Möglichkeit einer Wahlhebamme, wo ich meine Hebamme im Vorfeld schon kenne.

00:05:35: Was ist denn der Vorteil von so einer Wahlhebamme?

00:05:38: Dass man sich schon kennt im Vorfeld, dass sie einfach weiß: was sind meine Wünsche, wo sind meine Unsicherheiten, meine Ängste und definitiv eine kontinuierliche 1:1-Betreuung.

00:05:51: Und man hat dann einfach auf jeden Fall eine vertraute Person dabei bei der Geburt?

00:05:55: Ja, genau!

00:05:56: Geburt ist eine große Unbekannte und wenn ich weiß, es geht los und ich kann schon diese eine Person die ich kenne anrufen, dann gibt mir das ganz viel Sicherheit.

00:06:07: Die Hebamme ist auch jemand, der im Vorfeld die Mutter informieren kann.

00:06:11: Also die hat ja eben, so wie du, wahnsinnig viel Erfahrung. Und da hast du bei unserer Vorbereitung gesprochen von "informierter Vorbereitung".

00:06:19: Was ist denn das genau?

00:06:26: Die "informierte Vorbereitung" ist, sich Informationen von einer Fachperson zu beziehen.

00:06:28: Das kann natürlich in verschiedenen Kanälen stattfinden, ich sehe oder bekomme immer mehr mit, dass Social Media

00:06:35: eine riesige Informationsquelle ist für Frauen. Auch TikTok und ganz, ganz wichtig ist es da, wirklich auf meine Quelle zu achten!

00:06:44: Wer ist diese Person dahinter?

00:06:46: Wer steckt dahinter, dass ich nicht an Falschinformationen komme, die eventuell wieder zu einer Unsicherheit führen können.

00:06:55: Wichtig ist, sich wirklich fundierte Informationen einzuholen und mit dem dann in die Geburt zu starten: Zu wissen - okay das kann sein, jenes kann sein. Alles wird man im Vorfeld nie wissen.

00:07:09: Ich sage immer: Ich habe als Hebamme Gott sei Dank auch noch nicht alles erlebt.

00:07:15: Jede Geburt ist anders, weil jedes Mal kommt ein anderer Mensch zur Welt.

00:07:20: Warum ist denn das so wichtig dass Frauen sich informieren.

00:07:22: Oder sagen wir Paare, ja, weil da ist ja der Vater auch sehr oft bei der Geburt dabei. Warum

00:07:27: ist es wichtig, dass man vorher weiß, welche Szenarien können dann eintreten?

00:07:32: Es gibt einem das Gefühl der Sicherheit, eben weil es diese große Unbekannte ist, ein Gefühl der Sicherheit und der Vorbereitung: Einfach okay, wenn das und das passiert, dann weiß ich, die Entscheidung wird aus dem und dem Grund getroffen.

00:07:47: Ich denke, ich fühle mich sicherer mit dem.

00:07:50: Dennoch, es wird nie der Fall sein, dass ich jedes einzelne Szenario durchgehen kann in der Schwangerschaft mit der Hebamme oder informiert werde darüber.

00:07:59: Aber es ist doch einfach ganz anders zu wissen,

00:08:02: ok,

00:08:03: es gibt einen zum Beispiel, um jetzt ein Beispiel zu nennen, einen Geburtsstillstand, der genauso zu einem Kaiserschnitt eventuell führt und es muss nicht immer eine Notsituation sein.

00:08:16: Es ist aber vielleicht doch wichtig, vorher zu wissen, es gibt zum Beispiel Möglichkeiten Schmerzen zu lindern, und an einem gewissen Punkt weiß ich einfach, das ist da, und muss mir das dann nicht erklären lassen.

00:08:26: Genau.

00:08:28: Es gibt neben - du hast jetzt Social Media erwähnt - auch Bücher. Unmengen von Büchern zum Thema Geburt. Kannst du da vielleicht ein oder zwei empfehlen die du wirklich auch den Frauen mit denen du arbeitest, ans Herz legen würdest?

00:08:41: Ja. Ich glaube der Klassiker ist "Die Hebammensprechstunde".

00:08:45: Dann finde ich auch das "Buch Guter Hoffnung" sehr gut, empfehle ich auch sehr gerne.

00:08:49: und "Das Buch von dem du dir wünschst, dass deine Eltern es gelesen hätten" und wir hatten ja auch im Vorfeld das Buch besprochen "What to expect when you're expecting"?

00:09:02: Ja.

00:09:02: Das war eins, was ich gelesen habe während der Schwangerschaft mit meiner Tochter und das ist wie so ein Kursbuch wie einen Fahrplan durch die Schwangersschaft, wo wirklich von Monat zu Monat die Veränderungen beschrieben sind: Was kann vorkommen?

00:09:15: Was beobachtest du an deinem Körper?

00:09:17: Was ist jetzt besonders wichtig?

00:09:18: Das hab' ich auch sehr spannend und beruhigend erlebt und es hat auch die Freude nochmal sehr gesteigert!

00:09:26: Und du hast kurz gesagt, es gibt auf Social Media einige Quellen, denen man vielleicht nicht trauen sollte.

00:09:32: Es gibt aber auch deinen eigenen Kanal, den man glaube ich, guten Gewissens empfehlen kann, der heißt Empowher.

00:09:38: Das ist auf Instagram Empowher geschrieben mit H-E-R am Ende ja wie die weibliche Kraft, "her", wo du Tipps gibst, alles rund um die Geburt und auch wie Frauen auf sich selber und das eigene Wohlergehen achten können, weil ja die Mutter manchmal ein bisschen zu kurz kommt oder nicht nur ein bisschen, weil es halt dann sehr stark ums Baby geht.

00:10:01: Erika, ich danke dir sehr, dass du da warst.

00:10:04: In Episode 2 wird es dann genauer darum gehen, wie und in welcher Umgebung eine Geburt stattfindet, auch, mit wem und wie man sich da gut aufgehoben fühlen kann.

00:10:16: Danke dir!

00:10:16: Dankeschön,

00:10:17: danke!

00:10:17: Und zum Schluss wie für immer unsere Bitte: Wenn euch diese Folge gefallen hat, dann empfehlt uns auf jeden Fall weiter.

00:10:24: Hinterlasst uns ein Like und: Abonnieren nicht vergessen.

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