1.3 Versicherungen: Was brauche ich wirklich?
Shownotes
Risiken solltest du realistisch einschätzen, statt sie zu verdrängen. Sichere dich frühzeitig gegen existenzielle Gefahren ab, und profitiere von günstigeren Prämien. Tipp vom Profi: Prüfe bestehende Verträge alle zwei bis drei Jahre, um sicherzugehen, dass sie noch zu deiner aktuellen Lebenssituation passen. So bist du nie über- oder unterversichert.
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00:00:03: Losleben Stories.
00:00:07: Ein Podcast der Wiener Städtischen.
00:00:13: Herzlich willkommen zum Losleben Stories.
00:00:15: Podcast der Wiener Städtischen zum Thema Smart-Konsumieren und Sparen.
00:00:20: Mein Name ist Arndt Müller und mein Gast ist Goran Maric, Geschäftsführer von Three Coins.
00:00:26: Hallo Goran, magst du uns kurz erzählen, was ThreeCoins eigentlich macht?
00:00:31: Hallo, liebe Ahnt!
00:00:31: Sehr gerne.
00:00:32: Three Coins ist ein Sozialunternehmen, das hat über zehn Jahre Finanzkompetenz in der Gesellschaft stärkt.
00:00:37: Wir entwickeln Finanzbildungsformate und Strategien, um Finanzbildung voranzutreiben.
00:00:42: Das reicht von Schulungen, Workshops, Wattbildungen, Apps, alle möglichen Bildungsformate, die viele Menschen wirkungsvoll erreichen.
00:00:51: Sehr gut.
00:00:51: Heute geht es um das Thema Versicherungen und Vorsorge.
00:00:55: Versicherungen sind ein Thema, wo man Finanzbildung definitiv gut brauchen kann.
00:00:59: Sie sind oft sehr komplex.
00:01:01: Ich bin schon ganz gespannt, was du uns heute erzählst.
00:01:04: Wir hinterfragen in dieser Folge, was man wirklich für Versicherungen sinnvoll ist.
00:01:09: Braucht.
00:01:11: Ich habe jetzt gerade schon bzw.
00:01:12: wir haben gerade schon über das Thema Finanzbildung gesprochen.
00:01:14: Warum gehörts denn aus deiner Sicht zu einer finanziellen Grundkompetenz, die eigenen Risiken und das eigene Risikoverhaltung realistisch einzuschätzen?
00:01:24: Und Frage Nummer zwei, wann kann es sinnvoll sein, bestimmte Risiken eben nicht selbst tragen zu müssen, sondern durch Versicherungen abzudecken?
00:01:33: Ja.
00:01:35: Wir haben bei uns die Fertigkeiten der Finanzkompetenz in sechs Unterkompetenzen gekliedert und wir widmen zwei volle tatsächlich dem Thema, externe Einflüsse zu kennen und auch unerwartete Ereignisse zu kennen und darauf vorbereitet zu sein.
00:01:53: Woher das kommt, ist aus der Verhaltenspsychologie mehr oder minder.
00:01:57: Menschen haben tendenziell eine rosa rote Brille auf.
00:02:01: Was bedeutet das?
00:02:02: Ich gehe durchs Leben.
00:02:03: und geht nicht jeden Tag davon aus, dass mir etwas Schlechtes oder Negatives passiert oder ich in irgendein Problem schlittere, was prinzipiell super ist und gut ist.
00:02:12: Allerdings, wenn wir uns anschauen, was zum Beispiel zu finanziellen Schieflagen führt oder wenn es mal schwieriger wird von einer finanziellen Seite, da sind es tatsächlich Dinge, die unerwartet passiert sind, auf die ich nicht vorbereitet war, wo ich mir auch nicht entsprechend weder finanzielle Rücklagen gebildet habe, noch abgesichert war.
00:02:32: Und da kommt es total drauf an, deswegen ist es definitiv eine Grundekompetenz einschätzen zu können.
00:02:37: Wie wirkt Risiko auf mich?
00:02:39: Was bedeutet Risiko eigentlich für mich?
00:02:41: Wie lebe ich mein Leben?
00:02:43: Hat das viele Risiken oder wenige Risiken?
00:02:45: Und vor allem, was brauche ich eigentlich persönlich, um ein gutes, sicheres Gefühl zu haben, tatsächlich auf diese Dinge auch wirklich vorbereitet zu sein?
00:02:53: Das kann ein Notgroschen sein, das können Versicherungen sein.
00:02:56: Und diese Entscheidung muss ich treffen und damit muss ich mich auch im Endeffekt beschäftigen.
00:03:02: Und dann gibt es natürlich elementare Risiken, wie zum Beispiel meine Wohnung brennt ab oder sowas, wo es wahrscheinlich in jedem Fall Sinn macht, der Versicherung abzuschließen, oder?
00:03:11: Richtig, also im Endeffekt muss man sich auch kurz die Geschichte der der Versicherungen überlegen, was heißt das eigentlich?
00:03:16: Im Leben können Dinge passieren, große Risiken, da gibt es eben auch existenzbedrohende Risiken, die passieren können.
00:03:22: Da kann man jetzt nicht sagen, die Wahrscheinlichkeit ist so und so.
00:03:25: Es passiert einfach, wie es im Leben passiert.
00:03:28: Und alleine kann ich das nicht tragen.
00:03:29: Und eine Versicherung ist eigentlich nur eine kollektive Risikoaufteilung.
00:03:33: Das bedeutet, viele, viele Menschen zahlen einen kleinen Beitrag in einen Topf hinein.
00:03:37: Dieser Topf wird immer, immer größer.
00:03:39: Dass dann, falls einer von diesen vielen Menschen etwas Schlimmes passiert, aus diesem Topf diese Situation abgedeckt werden kann.
00:03:46: Also an sich sehr kollektiv.
00:03:48: sehr synergetisch und sehr sinnvoll.
00:03:51: Und klar, bei Dingen wie Haushalt oder Brand in der Wohnung, eine Wohnung selber zu finanzieren oder diesen Schaden zu beheben, dann muss man wirklich viel Geld haben, beziehungsweise sich das leisten können.
00:04:02: Und das kollektiv auslagern zu können mit einem kleinen Betrag, wo es wirklich sinnvoll ist, macht einen Riesenunterschied.
00:04:07: Sowohl im Sicherheitsbedürfnis als auch wie ich Risiko verstehe, als auch wie ich damit in die Situation umgehe, falls es so weit kommt, was ich natürlich nicht hoffe, in keiner dieser Situation.
00:04:17: Das heißt, um es mal flapsig zu sagen, wenn ich schon Multimillionär bin, dann brauche ich eigentlich auch nicht viele Versicherungen, weil ich sowieso alles zahlen kann.
00:04:25: Was ist denn mit dem umgekehrten Fall?
00:04:27: Viele sagen ja, ich bin jung, ich brauche das noch nicht.
00:04:30: Warum kann das langfristig teuer werden, diese Einstellung?
00:04:33: Ja, also im Endeffekt wieder das Prinzip der Versicherungen.
00:04:37: Das ist quasi eine Art Umlageprinzip.
00:04:39: Das heißt, je früher und je mehr Menschen in diesem Topf einzahlen, desto mehr von diesem Anteil im Topf habe ich.
00:04:47: Und jetzt kommt es darauf an, welche Versicherungen wir sprechen.
00:04:49: Ich nehme erst mal eine aus dem Gesundheitsbereich.
00:04:52: Je jünger ich bin und je mehr ich mich in diesem Gesundheitsbereich versichern möchte, desto bessere Konditionen bekomme ich.
00:04:58: Das heißt, die Zahlung dieser Prämie, die ich monatlich zahle, ist im... meisten Fall niedriger und bleibt auch über diese Jahre, in der ich in der Versicherung bin, auch niedrig.
00:05:08: Und wenn ich dann später einsteige, zum Beispiel in einem höheren Alter, wo die Risiken, dass ich krank werde, dass ich Behandlung brauche, dass vielleicht gewisse Maßnahmen, die einfach teuer sind, auch ein Gesundheitswesen passieren, einfach stärker zunehmen, dann sagt die Versicherung logischerweise auch, du hast jetzt noch nicht so viel eingezahlt.
00:05:25: Das bedeutet die Prämie, die du jetzt leisten musst, um das gut auch abzufedern oder den anderen fair zu gestalten.
00:05:32: ist einfach höher und deswegen muss man sich auch hier den Zeitfaktor anschauen, welche Risiken glaube ich habe ich, wogegen mag ich mich absichern.
00:05:40: und je früher ich mich absichere, desto mehr kann ich von diesen Vorteilen, wo es vor allem die Kostenstruktur geht, auch mitnehmen.
00:05:47: Das heißt, ich sollte mich auf jeden Fall, wenn ich jung bin, schon mal mit dem Thema beschäftigen.
00:05:51: Definitiv.
00:05:52: Wie finde ich denn heraus, welche Versicherungen jetzt für mich persönlich in der Situation, in der ich jetzt gerade stecke, wirklich sinnvoll und praktisch sind?
00:06:03: Ja, da fängt es auch damit an, sich einfach mal ein wenig Zeit zu nehmen, das muss ja gar nicht viel sein, mittlerweile können wir ja auch KI und alle möglichen Unterstützungen da nutzen, die es da so gibt, um mir überhaupt mal anzuschauen, welche Arten von Versicherungen gibt es denn?
00:06:17: Und mittlerweile gibt es eine riesen Bandbreite an Versicherungen, das fängt mit den existenzbedrohenden bzw.
00:06:23: wirklich existenziellen Versicherungen an, das heißt, Ablebensversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, all diesen Themen bis hin zu, nennen wir sie, lifestyle orientierten Versicherungen, Handyversicherung, Reiseschutz gegebenenfalls, die jetzt nicht unbedingt existenzbedrohend sind, aber diese wohl in einer gewissen Lebenslage Sinn machen können.
00:06:44: Zum Beispiel, wenn ich eine Person bin, die viel reist.
00:06:47: und die viel auch unterwegs ist, dass es da sehr wohl Sinn macht, auch eine Reiseversicherung abzuschließen, die auch über mehrere Jahre zum Beispiel geht und gedeckt ist, kann man so pauschal nie beantworten.
00:06:59: Das heißt, ich muss mir immer anschauen, was für ein Aktivitätstyp bin ich, wie wirkt sich Risiko auf mich, welche Lebensphase bin ich, was sind tatsächlich realistische?
00:07:08: Risiken, die ich habe.
00:07:09: Es gibt viele Versicherungen, wo dann die Wahrscheinlichkeit, dass ich sie brauchen werde, sehr klein ist von zum Beispiel dem Beruf, den ich habe.
00:07:16: Meine Berufsunfähigkeit macht dann Sinn, wenn ich mit meinen Händen arbeite und gleichzeitig ein Hobby habe, wo es sein kann, dass mir meine Hand etwas passiert, dann macht das sehr wohl, sie eine Berufsunfähigkeit abzuschließen, weil vor allem, wenn die Hand dann fehlt zum Arbeiten, dann kann ich diesen Beruf ja nicht mehr nachgeben.
00:07:31: Ja, man muss sich dann wieder hinsetzen.
00:07:32: Man kann auch mit Versicherungsberaterinnen und Beratern sprechen, die sich da noch besser auskennen, was in der Lebensphase sind.
00:07:38: ist, aber es hat einfach sehr viel mit dem eigenen Lebensstil zu tun und wo man sich im Leben befindet oder wie man das Leben gestaltet.
00:07:46: Das heißt, wenn ich dich richtig verstehe, kurz gesagt, ich schaue mir an, was bin ich für ein Typ, was mache ich im Leben und mit diesem Wissen gehe ich dann wieder ins Internet oder vielleicht zu einer Beraterin, zu einem Berater und hole mir quasi die Beratung, was eben für mich das beste Programm ist, oder?
00:08:02: Richtig.
00:08:03: Nehmen wir an, ich habe jetzt schon verschiedene Versicherungen abgeschlossen.
00:08:06: Ist es sinnvoll, dass ich mir das immer wieder anschaue, welche Versicherung ich abgeschlossen habe.
00:08:12: Und dann ist es ja glaube ich auch so, dass es ja immer wieder Innovationen gibt und so weiter in der Versicherungswelt.
00:08:17: Das heißt also, dass meine Versicherungsverträge auch veraltet sein können.
00:08:20: Also wie schaue ich mir das an, wie optimiere ich hier?
00:08:24: Ja.
00:08:24: Auch hier, wie in vielen anderen Bereichen in unserem Geldleben und Finanzleben, ist Regelmäßigkeit aus A und O. Dass das nicht im Vergessenheitgerät auch nicht in den Hintergrund kommt, sondern nicht mehr regelmäßig auch meine Verträge und Versicherungen anschaue.
00:08:38: Was Versicherungen angeht, auch gerade in den letzten Jahren, schließt man die tatsächlich gefühlt ein bisschen schneller ab.
00:08:45: Beim neuen Handy ist eine Versicherung mit dabei, beim Auto sowieso.
00:08:49: Und dann gibt es auch kleinere quasi Randversicherungen, wo ich fast gar nicht mitbekomme, zum Beispiel bei einer Kreditkarte, dass da eine Reiseversicherung mit dabei ist etc.
00:08:57: Also dass man sich mal überhaupt überlegt, wo bin ich versichert?
00:09:00: und dann auch warum bin ich dort versichert.
00:09:02: Vielleicht habe ich die Versicherung in einer Lebensphase abgeschlossen, wo das für mich sinnvoll erschienen ist und jetzt in einer Lebensphase bin, wo ich vielleicht gar nicht mehr so viel Sinn macht und ich mal auch überlegen kann, brauche ich sie dann eigentlich noch.
00:09:14: oder will ich sie nur haben?
00:09:16: Das ist generell eine gute Frage, die man sich stellen kann.
00:09:18: Brauche ich das oder will ich das?
00:09:20: Unser Leben hat sich sehr stark zu dem orientiert, dass wir eher Dinge nehmen.
00:09:23: die wir nur wollen und uns nur wünschen und uns nicht so sehr nur auf die Dinge konzentrieren, die wir brauchen.
00:09:29: Also macht dieser regelmäßige Check auf alle Fälle Sinn.
00:09:32: Bei Versicherungen sagen wir immer alle zwei bis drei Jahre einen richtig tiefen Check zu machen.
00:09:38: Welche Polizen habe ich eigentlich?
00:09:39: Da macht es Sinn, uns anzuschauen.
00:09:41: Wer zieht mir was von meinem Konto ab?
00:09:43: Weil ab und zu einfach der Überblick nicht da ist, welche Versicherungen habe ich?
00:09:46: Was ist meine Einkommenssituation?
00:09:48: In welcher Lebensphase stecke ich denn?
00:09:49: Was ist meine Wohnsituation?
00:09:51: und diese Alkverträge zu prüfen
00:09:53: kann man mit der Versicherung gemeinsam machen, das kann man aber auch manuell, je nachdem wie viel man damit ist, einfach selber mal durchschauen und sich überlegen, gut macht Sinn das aufzukündigen, macht Sinn da vielleicht zu optimieren, eine neue zu finden, aber in einem gewissen regelmäßigen Abstand, ich glaube, zwei bis drei Jahre ist das sicher ein guter Timeframe.
00:10:13: Alles klar, ganz herzlichen Dank lieber Goran.
00:10:16: Das war der Losleben Stories Podcast mit Goran Maric.
00:10:19: Danke Goran und danke fürs Zuhören.
00:10:21: Hinterlasst uns eine Bewertung auf den gängigen Plattformen und abonnieren nicht vergessen.
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