1.9 Wie erreiche ich meine Sparziele?
Shownotes
Damit gute Vorsätze nicht verpuffen, unterteile große Ziele mit der SMART-Methode in konkrete, kleine Schritte. Definiere, was „Reichtum“ für dich bedeutet.
Der wichtigste erste Schritt für alle: Bau dir einen Notgroschen auf und richte einen Dauerauftrag ein, der gleich zu Monatsbeginn einen Fixbetrag auf dein Sparkonto überweist. So wächst dein Polster automatisch – bevor du das Geld ausgeben kannst.
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00:00:03: Losleben Stories.
00:00:07: Ein Podcast der Wiener Städtischen.
00:00:14: Herzlich willkommen zum Losleben Stories.
00:00:16: Podcast der Wiener Städtischen zum Thema Smart Konsumieren und Sparen.
00:00:22: Mein Name ist Arndt Müller.
00:00:23: Mein Gast ist Goran Maric von ThreeCoins.
00:00:27: Hallo Goran, magst du uns kurz erzählen, was Three Coins eigentlich macht?
00:00:31: Hallo,
00:00:32: lieber Arndt, sehr gerne.
00:00:33: Three Coins ist ein Sozialunternehmen, das seit über zehn Jahren Finanzkompetenz in der Gesellschaft stärkt.
00:00:39: Wie machen wir das?
00:00:40: Wie entwickeln Bildungsformate und Strategien, die reichen von... Workshops, Schulungen, Fortbildungen, Webseiten, Apps, alles Mögliche an Maßnahmen, die wirkungsvoll und lebensnah Finanzbildung in der Gesellschaft stärken.
00:00:54: Wir reden in dieser Folge gar nicht so intensiv über Geld oder Finanzen an sich, sondern eher darüber, wie ich eigentlich Finanzschritte setze, wie ich meine Ziele am besten erreiche.
00:01:09: Es ist ja so, dass - und möglicherweise macht ihr die Erfahrung bei Three Coins auch -, dass Menschen immer wieder neue Informationen zum Thema Finanzen und Finanzbildung erhalten und auch große Vorhaben
00:01:23: dann haben, was umsetzen wollen und irgendwann verpufft aber sozusagen die Energie.
00:01:29: Warum ist es der Fall, warum erreicht man dann oft seine Ziele nicht, die man sich ursprünglich vorgenommen hatte?
00:01:37: Wenn es um die Zielerreichung geht, das eine ist der Wissenstransfer, wie wir als Bildungsorganisationen beschäftigen und seit unserer Gründung eigentlich damit, was brauchen Menschen, um Wissen und Bildung wirklich anzunehmen und so wie wir das jetzt machen, über lebensnahe Situationen zu sprechen, über kleine Schritte, die ich machen kann, um es zu verstehen.
00:01:56: Also es geht nicht um abstrakte Modelle und große Theorien, die wir aufsetzen, sondern wirklich um verhaltensorientierte und Alltagsthemen und Schritte, die ich im Leben machen kann, damit dieses Wissen noch wirklich in Leben und Verhalten transferiert wird.
00:02:11: Das ist das A und O. Wenn es darum geht, warum dieses Wissen verpufft, ist auch der Hauptgrund, dass ich als Mensch und in meiner Verhalten nicht wusste, wie ich das wirklich auf die Straße bringe bzw.
00:02:24: das Ziel zu groß gesteckt war.
00:02:27: Und was ich mit zu groß gesteckt meine, als Beispiel, ich gehe gern wandern, deswegen nehme ich jetzt ein Wanderbeispiel, wenn ich mir vorgenommen habe.
00:02:34: Ich will auf einen Berg, reicht, dass das Ziel nicht viel schöner ist.
00:02:39: Ich definiere den Berg, ich sage zum Beispiel, wenn ich in der Nähe von Wien lebe, ich gehe auf die Rax und dann definiere ich mir einen Zeitpunkt, wenn ich auf die Rax gehe, wie lange ich dafür brauchen möchte, wann ich losstarte, was ich mitnehmen möchte.
00:02:51: Das heißt, ich breche dieses große Ziel, das ich da habe, wie zum Beispiel ich will sparen
00:02:56: in kleinere, durchfüllbare, ganz easy going Schritte, um mir diesen Weg selber aufzuzeichnen und auch wirklich abhaken und abgehen zu können.
00:03:05: Das ist die zweite Hürde, die man ganz leicht umgehen kann.
00:03:09: Das heißt, wenn ich dich richtig verstehe, geht es zum einen darum, wie konkret sind meine Ziele eigentlich?
00:03:15: Das heißt also nicht Berg, sondern Rax in deinem Beispiel.
00:03:18: Und der zweite Schritt ist, wie groß sind die?
00:03:21: Und wenn die sehr groß sind, dann sie in Teilschritte zerlegen.
00:03:25: Wie würdest du denn jetzt das Ziel, was glaube ich viele von uns haben, nämlich ich will reich werden?
00:03:31: Wo würdest du das einordnen?
00:03:33: Das ist meine Lieblingsfrage.
00:03:38: Das ist schön.
00:03:40: Ich stelle immer gerne die Gegenfrage, was heißt Reichtum eigentlich für dich, bzw.
00:03:45: was bedeutet Reichsein für dich?
00:03:47: Ich finde es einfach spannend.
00:03:48: Und da sind Menschen, da sind Antworten, die verschieden sind.
00:03:51: Das ist der Schöne beim Thema Geld, dass es da wirklich auf die Persönlichkeit drauf ankommt.
00:03:56: Und dieses Reich sein sollte jeder und jede Mal für sich selber definieren, was es bedeutet.
00:04:01: Und eine Sache kann ich schon aus der Empirie sagen, Reichtum und vor allem, ein schönes Gefühl im Leben zu haben, hat am wenigsten mit Geld zu tun.
00:04:09: Tatsächlich ist es auch so, dass Menschen mit viel Geld meistens unglücklicher sind
00:04:14: als Menschen, die einfach ein normales, gutes, gesundes Ausmaß an Geld haben.
00:04:19: Das sieht man aus der Glücksforschung.
00:04:21: Das heißt, viel Geld bedeutet nicht unbedingt mehr Glück und mehr oder schöneres Leben.
00:04:26: Und vor allem reich und ... Leben und Geld hat nicht immer mit Geld zu tun, sondern mit Emotionen, mit Erlebnissen, mit Gefühlen.
00:04:33: Das können Freundschaften sein, Beziehungen, Liebe, all diese Themen.
00:04:37: Ich glaube, wir wissen alle, worüber wir sprechen, aber mal diese Reflexion zu machen, das heißt reich und das ist für mich ein erfülltes Leben, muss nicht unbedingt mit Geld zu tun haben.
00:04:46: Aber natürlich aus dem Bereich kommen kann ich sehr gut nachvollziehen, dass es auf der einen Seite Menschen gibt, die vielleicht zu wenig haben und gerne mehr hätten.
00:04:54: Und auf der anderen Seite auch suggeriert wird von Werbung, von Gesellschaft, von Wirtschaft das Geld, das Leben anders schöner macht.
00:05:02: unter Anführungsstrichen, weil ich mal alles leisten kann.
00:05:04: Ich kann mir Dinge leisten, die ich nicht habe.
00:05:07: Ich kann mir auch viele Urlaube leisten, all diese Themen.
00:05:10: Und dieses abstrakte Ziel... reich zu werden, vielleicht abzuhändern, nehmen wir an, wir haben ein neues Ziel, nämlich mein Leben so zu gestalten, wie ich das Leben möchte, mit meinen Wünschen und Vorstellungen und was das für mich bedeutet
00:05:22: und da anzufangen bei Beziehung und Liebesleben, bei Beruf und Berufsentwicklung und Leben bis hin zu, wie will ich leben, wie schaut meine Wohnung aus, mein Haus, wie schaut mein Leben im Alter aus, wir werden alle älter, wir brauchen alle mal Pflege, wir wollen unser Leben im Alter auch genießen, das sind viele Teile.
00:05:40: über den man sich einfach mal Gedanken machen sollte.
00:05:42: Und da schicke ich Leute gerne auf eine Gedankenreise, nämlich auf einer Lebensreise
00:05:46: und ich sage dann "Lieber Arndt, stell dir vor, du bist achtzig und beschreib mir mal kurz, wie dein Leben gerade aussieht oder wie du dir wünschst, dass dein Leben aussieht!" Um das mal zu visualisieren und das quasi als Ziel zu nehmen und dann runterzubrechen in, wo kann ich was tun und mit ganz, ganz kleinen Schritten anfangen und die dann quasi irgendwann größer werden zu lassen
00:06:06: über den Zeitverlauf.
00:06:08: Mhm,
00:06:09: verstehe.
00:06:10: Da geht es ja
00:06:11: bei dem was du gerade gesagt hast geht es ja auch um Konkretisierung eigentlich
00:06:15: oder das heißt ich stelle mir zuerst einmal vor wie möchte ich leben und dann überlege mir quasi die konkreten Schritte wie ich da hingehe.
00:06:24: Viele Menschen mögen sich denken, ich habe jetzt das Ziel, ich möchte mehr sparen.
00:06:29: Aber mehr sparen ist eigentlich kein Ziel, was mich persönlich jetzt wirklich anspricht.
00:06:33: Also wie kann ich aus diesem mehr sparen?
00:06:35: Und genau darum geht es ja auch in dieser ganzen Podcast-Reihe.
00:06:39: Wie kann ich smarter sparen?
00:06:41: Wie kann ich das eigentlich für mich zu einem motivierenden Plan machen, um das dann wirklich auch umzusetzen?
00:06:48: Yes, das haben wir auch wieder im Titel, nämlich smart.
00:06:52: kann man ableiten und die Smart-Methode anwenden.
00:06:55: Und dieser Buchstaben bei Smart stehen für ganz spezifische Sachen.
00:06:59: Fängt auch schon an beim S, nämlich spezifisch.
00:07:01: Also Smart bedeutet, das Ziel, das ich definiere, sollte spezifisch sein, sollte messbar sein, das sollte für mich attraktiv sein, vor allem auch realistisch, dass das R und T steht für terminiert.
00:07:14: Und wenn ich das alle zusammenfasse, zum Beispiel ich spare, den Urlaub dort und dort mit fünfzig Euro pro Monat oder sogar mit x Euro pro Tag.
00:07:27: Je nachdem was ich mir leisten kann, das heißt ich visualisiere mir sehr konkret was das Ziel.
00:07:33: Ich mache das messbar.
00:07:34: Ich finde das cool und attraktiv.
00:07:36: Ich bin quasi dahinter und setze mir auch eine ganz klare Abfolge, wie ich das erreiche.
00:07:40: Ich mache meinen Fortschritt sichtbar.
00:07:42: Ich schütt mir selber Dopamin aus.
00:07:43: Ich belohne mich selber, indem ich quasi dranbleibe.
00:07:46: Da kommen ganz viele Motivationsfaktoren dazu.
00:07:48: Und diese smarten Ziele, jetzt neben dem Podcast, sind ganz, ganz leicht umzusetzen.
00:07:54: ausgezeichnet.
00:07:55: Das klingt ja wirklich easy.
00:07:57: Hättest du, nehmen wir an, eine von unseren Zuhörerinnen und Zuhörern hat jetzt überhaupt noch nicht gestartet mit dem Thema Finanzanlagen und dem Thema Smart-Konsumieren oder Sparen, hättest du einen abschließenden Tipp, mit dem jede und jeder sofort loslegen kann, um in eine zufriedenere Finanzzukunft zu starten?
00:08:19: Das allererste ist, sich hinzusetzen.
00:08:22: Nach dem Podcast, einer gute Tasse Kaffee oder sich was anderes aussuchen, eine angenehme Stimmung und das Geldleben als ein Teil des eigentlichen Lebens zu sehen und in seiner und ihrer Art und Weise mal über das eigene Geldleben nachzudenken.
00:08:37: Da fängt es einfach mal an.
00:08:39: Es ist Teil des Lebens, es wird auch in der Teil des Lebens bleiben und ich muss mich da selber irgendwie verorten.
00:08:44: Und das ist meist die erste große Hürde.
00:08:46: Man will sich wenig damit beschäftigen, hat vielleicht sogar ein bisschen Angst davor.
00:08:50: Aber in Wirklichkeit ist das alles keine Raketenwissenschaft.
00:08:53: Das schafft viel mehr positive Emotionen und Gefühle als negative, weil ich das Gefühl habe, ich habe eine Kontrolle, ich habe eine Sicherheit, ich weiß wohin es geht, ich bin motiviert und starte damit, dass kann jeder und jede unabhängig von der finanziellen Situation sofort machen, sich einfach Gedanken über das eigene Geldleben zu machen.
00:09:09: Und dann ist der zweite Schritt aus einer Finanz-Expertise oder Kompetenzsicht gesehen, ist die erste Frage, gerade wenn es um Risiko und Risikobewusstsein geht, habe ich einen Notgroschen oder einen Regentagetopf, so nennen wir das.
00:09:22: Das ist eine Art finanzielle Substanz, die ich habe oder haben sollte, falls mal etwas Schlimmes passiert.
00:09:29: Und wir sagen, das sind ihm der Regel zwischen drei bis sechs Lebenserhaltungsmonate, also Kosten, die ich brauche oder habe, um ein Leben im Monat zu bestreiten und das quasi drei bis sechs Mal zu haben.
00:09:41: Das ist keine kleine Zahl.
00:09:43: Das ist eine große Sparsumme.
00:09:44: Viele Menschen in Österreich haben diese Sparvolumen noch nicht.
00:09:47: Das ist nicht selbstverständlich.
00:09:50: Aber das sollte das erste Sparziel sein, dass ich mehr setze, meine Notgroschen aufzubauen, um einfach einen Sicherheitspuffer zu haben.
00:09:56: Und das allererste, wie ich das erreichen kann, kann simpel, gerade wenn man zum Beispiel arbeitet und sowieso ein Konflikt hat, dass ich ein zweites Konto eröffne, das gibt es kostenfrei beziehungsweise mit ganz wenig Kosten verbunden und mir am Anfang des Monats einen Dauerauftrag einstellen über eine Summe, die ich mir definitiv leisten kann, die mir auch nirgendwo fehlen wird, zehn Euro, fünfzehn Euro, whatever it is und das am Anfang des Monats gleich einmal dorthin überweise oder sogar abhebe und in den Kuvert legt, einfach damit anfangen zu sparen oder Geld wegzulegen und das am Anfang des Monats nicht am Ende oder nicht in-between, sondern ich habe es erstes mit der Gehaltszahlung, damit es nicht wegkommt.
00:10:31: Und wenn es dann mal weg ist, nämlich aus dem Auge, aus dem Sinn.
00:10:34: Ich greife es auch nicht mehr an, außer wenn ich es zum Beispiel brauche.
00:10:38: Das ist das erste, was man machen kann.
00:10:40: Und das zweite dann sofort ein paar Ziele definieren, weil wir haben ja auch heute schon darüber geredet.
00:10:44: Wenn ich es habe und konkretisiere und weiß, wofür ich da eigentlich arbeite, macht es umso mehr Spaß und man bleibt mehr dran.
00:10:49: Ganz herzlichen Dank, lieber Goran, für diese interessante Folge.
00:10:53: Das war der Loslebens Stories Podcast mit Goran Maric.
00:10:58: Danke fürs Zuhören, hinterlasst uns eine Bewertung auf den gängigen Podcast-Plattformen und abonniere
00:11:03: nicht vergessen.
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